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Abstract

Zusammenfassung: Die menschliche Tätigkeit des Fischfangs sowie der Fischaufzucht in der Aquakultur haben einen Einfluss auf die Umwelt. Mit Hilfe von Lebenszyklusanalysen, sogenannte Ökobilanzierungen, können diese Auswirkungen quantifiziert werden. Beim Einkauf von Lebensmitteln kann die Ökobilanzierung, welche die Klimawirkung bspw. in Form von CO2-Äquivalenten (CO2 äq) angibt, herangezogen werden, um Produkte zu vergleichen. Generell gilt, dass Produkte mit einem geringeren CO2-Fußabdruck eine geringere Umweltauswirkungen haben. Vor diesem Hintergrund wurde eine Literaturstudie durchgeführt, in der 41 verfügbare Quellen zur Ökobilanzierung von konsumfertigen Fischen aus der Meeres- und Binnenfischerei sowie Aquakultur zusammengetragen und ausgewertet wurden. Mit Blick auf den Fisch ist der mittlere CO2-Fußabdruck, der bei dessen Fang oder Aufzucht pro funktioneller Einheit bei der Anlandung im Hafen bzw. am Hoftor einer Aquakulturanlage entsteht, unterschiedlich. Bei einer weltweiten Betrachtung hat die Aquakultur einen CO2-Fußabdruck von 3,30 kg CO2 äq und die Meeresfischerei von 2,10 kg CO2 äq. Sowohl in der Meeresfischerei als auch der Aquakultur können jedoch vertiefende Rückschlüsse gezogen werden, wenn die Fang- bzw. Produktionsmethode und die jeweilige Fischart und deren taxonomische Einordnung berücksichtigt werden. Mit 0,79 kg CO2 äq fällt die Ökobilanz der Binnenfischerei deutlich niedriger aus, allerdings unter der Limitierung einer sehr geringen Anzahl verfügbarer Studien. Potenziell ist die Ökobilanz binnenfischereilicher Produkte damit geringer als die der Meeresfischerei und Aquakultur. In zukünftigen Forschungsprojekten sollte eine Ökobilanzierung der kommerziellen Binnenfischerei in heimischen Gewässern vorgenommen werden. Aktuell gibt es zudem keine Untersuchungen, die den CO2-Fußabdruck der Freizeit- bzw. Angelfischerei im Detail beziffern

Fazit: Im Mittel ist die Ökobilanz, also der CO2-Fußabdruck pro funktioneller Einheit, der Fangfischerei auf den Meeren besser als die der Fischaufzucht in der Aquakultur. Die Fang- bzw. Aufzuchtmethode und die jeweilige Zielfischart beeinflussen dabei den Fußabdruck. Für die kommerzielle Binnenfischerei liegt eine nur sehr limitierte Zahl von Studien vor. Im Vergleich zur Meeresfischerei und der Aufzucht von Fischen in Aquakultur, weisen die wenigen verfügbaren Daten jedoch auf den geringen CO2-Fußabdruck dieser Nutzungsform hin. Im Gegensatz dazu liegen für die Angel- und Freizeitfischerei gar keine Daten zum CO2-Fußabdruck vor. Zukünftige Studien sollten daher die Ökobilanz der Binnenfischerei aber auch der Freizeit- und Angelfischerei detaillierter betrachten und für die Gesellschaft beziffern.